Mittwoch, 26. September 2001

Vermieter kann sich bei Kaution-Rückzahlung Zeit lassen

Allgemeine Information

„Haus & Grund“-Vorsitzender Christoph Bauer (re.) zusammen mit den Referenten Claudia Greger und Sebastian Faber

Haus- und Grundbesitzer informierten sich über Mietkaution / Mehr Werbung trotz stolzem Mitgliederstand von 845
SCHWANDORF (sfl). Mit den brisanten Themen von Mietkaution bzw. Mietkautionskonten sowie Betriebskosten befassten sich Rechtsanwältin Claudia Reger und Sebastian Faber von der Hausbank München bei der Frühjahrsversammlung des Haus- und Grundbesitzervereins. Vorsitzender Christoph Bauer will trotz der rund 845 Mitglieder noch weitere Hauseigentümer für den Verein gewinnen.

Über Mietkaution und Mietkautionskonten referierten Claudia Reger und Sebastian Faber. Die Mietkaution sei eine Sicherheit des Vermieters gegenüber einer Zahlungsunwilligkeit oder  Zahlungsunfähigkeit des Mieters. Sinn der Kaution sei es, alle berechtigten Forderungen des Vermieters am Ende des Mietverhältnisses abzudecken. Die Höhe der Kaution belaufe sich auf drei Monatsmieten; das Geld bleibe aber Eigentum des Mieters, unterstrich die Anwältin. Der richtige Zeitpunkt für die Kautionszahlung sei die Schlüsselübergabe an den Mieter. Wichtig sei, die Kaution getrennt vom Vermögen des Vermieters aufzubewahren. Die Kaution müsse als Spareinlage mit dreimonatiger Kündigungsfrist angelegt werden; die Zinsen stünden dem Mieter zu. Zurückgezahlt werden brauche die Kaution bei der Rückgabe der Wohnung noch nicht. Der Vermieter habe dazu je nach Abrechnungszeiträumen bis zu einem Jahr Zeit.

Für die Anlage der Mietkautionen habe die Bank für Haus- und Grundbesitz — Hausbank München ein rechtlich abgesichertes System entwickelt, sagte deren Repräsentant Faber. Er erläuterte das Handling bei der Anlage als Sparbuch. Bei der Einzahlung der Kaution erhalte der Vermieter eine  Einzahlungsbestätigung in zweifacher Ausfertigung (für sich und den Mieter). Bei der Auflösung des Kautionskontos gebe es eine Abrechnung, auch als Nachweis für den Mieter. Vorsitzender Bauer ergänzte, dass es darauf ankomme, dass der Vermieter im Ernstfall zu seinem Geld gelange und das Problem des Nachweises der Verwendung des Geldes auch für den Mieter gelöst werde. Hierzu bot Bauer auch die Hilfe der Vereinsgeschäftsstelle an.

Im zweiten Teil des Abends führte Greger in die Betriebskostenabrechnung ein. Betriebskosten seien, so die Anwältin, alles, was der Eigentümer durch die Nutzung des Gebäudes regelmäßig zahlen müsse. Keine Betriebskosten seien somit Reparaturen und Instandhaltungskosten. Für den Mieter müssen die Betriebskosten ausdrücklich im Mietvertrag stehen, ansonsten sie mit der Miete als abgegolten gelten. Hilfestellung gebe die neue Betriebskosten-Verordnung, an die sich der Vermieter nach den Worten der Sprecherinhalten sollte.

Zur Berechnung der Betriebskosten müsse ein Umlagemaßstab errechnet werden. Bei der Berechung gehe leer stehender Wohnraum zu Lasten des Hausbesitzers. Heizung und Warmwasserverbrauch seien verbrauchsabhängig abzurechnen, wie überhaupt jeder Verbrauch, der durch Zählerstand festgestellt werden kann. Ein einmal vereinbarter Umlagemaßstab dürfe später nicht verändert werden, gab Greger zu bedenken.